Japan und Dividende. Das passte lange Zeit nicht zusammen. Doch das hat sich inzwischen geändert. Japanische Unternehmen sitzen auf gigantischen Cash-Bergen. Mittlerweile horten sie Kapital in rekordverdächtigen Höhen, die selbst den höchsten Berg Japans, den Fuji mit seinen 3776 Metern, klein aussehen lassen.

Fast jeder zweite japanische Konzern hat inzwischen einen positiven Nettokassenbestand. Das führt dazu, dass 34 Prozent der Marktkapitalisierung im Leitindex Topix Kassenbestände sind. Viel Geld also für höhere Dividenden, Investitionen und Aktienrückkäufe, von denen Anleger profitieren könnten.

Comeback Nippons

Die japanische Wirtschaft ist so robust wie lange nicht mehr – inzwischen ist sie fünf Quartale in Folge gewachsen. „Japan erlebt die stabilste Wachstums­phase seit Langem“, sagt Andreas Wendelken, Fondsmanager des neuen Deutsche Invest II Japan Top Dividend – dem jüngsten Spross der sechsköpfigen Dividendenfondsfamilie. Die Experten der Deutschen Asset Management rechnen für 2017 mit einem Wachstum von 1,1 Prozent. Japans Wirtschaft dürfte damit weiterhin die drittgrößte der Welt bleiben. Grundlage dafür sind viele bekannte Marktführer aus dem Automobil-, Technologie- oder Unterhaltungselektroniksektor, deren Produkte auf dem Weltmarkt gefragt sind wie lange nicht mehr. Deren Ausfuhren steigen auch aufgrund des schwächeren Yen momentan so kräftig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

132

Milliarden Euro

haben japanische Unternehmen 2016 für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe ausgegeben.

Quelle: Nihon Keizai Shimbun (Nikkei), Stand: 06/2017

Im Zuge dessen hat sich für japanische Aktien das Blatt zum Guten gewendet. Indizes, wie der Nikkei 225 oder der breiter aufgestellte Topix mit seinen rund 1700 Werten, haben seit Sommer 2016 schon eine gute Kursentwicklung hingelegt. „Die deutliche Erholung der Gewinne aufgrund der gestiegenen Binnen- und Auslandsnachfrage sollte japanischen Unternehmen gute Perspektiven eröffnen“, erklärt Fondsmanager Wendelken. So erwartet die Deutsche Asset Management für 2017, dass die Gewinne japanischer Unternehmen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zunehmen könnten. Die Bewertung des Aktienmarkts bleibt in Anbetracht der positiven Gewinnentwicklung auch weiterhin attraktiv. Zwar werden japanische Unternehmen aufgrund ihrer bislang eher zurückhaltenden Dividendenpolitik von Ausschüttungsjägern manchmal vernachlässigt. Doch das könnte sich nach Einschätzung von Japan-Experte Wendelken bald ändern: „Die Reformen von Premierminister Shinzo Abe haben eine aktionärsfreundlichere Unternehmenspolitik zum Ziel.

Bereits jetzt ist die Bereitschaft gestiegen, Dividenden zu zahlen.“ Tatsächlich ist die Summe aus Ausschüttungen und Aktienrückkäufen von neun Billionen Yen im Jahr 2008 auf geschätzte 16 Billionen Yen (rund 132 Milliarden Euro) im Jahr 2016 geklettert.1 Die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund zwei Prozent und damit deutlich über dem Zinsertrag von zehnjährigen japanischen Staatsanleihen.

Dividende schlägt Zins

„Zuletzt glänzten japanische Unternehmen nicht nur mit attraktiven – teils zweistelligen – Dividendenwachstumsraten, sondern auch mit überdurchschnittlich guter Bilanzqualität und niedrigem Verschuldungsgrad“, sagt Fondsmanager Wendelken. Dazu kommt: Als Exportnation profitiert Japan davon, dass die globale Wirtschaft zurück auf dem Wachstumspfad ist. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) wird die weltweite Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,5 Prozent zulegen.

„Gute Fundamentaldaten fördern das Gewinn- und Dividendenwachstum japanischer Unternehmen.“

Andreas Wendelken: Fondsmanager des Deutsche Invest II Japan Top Dividend
Andreas Wendelken
Fondsmanager des Deutsche Invest II Japan Top Dividend

Doch nicht nur in Japan können Dividendenaktien ein lohnendes Investment sein. Derzeit sind die Dividendenrenditen in manchen Anlageregionen höher, als sie es im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre waren. Beispiel Europa: Bei 70 Prozent der europäischen Unternehmen ist die Dividendenrendite höher als die Rendite ihrer Unternehmensanleihen.²

34

Prozent

Der Marktkapitalisierung japanischer Unter­nehmen im Leitindex Topix sind Kassenbestände.

Quelle: Deutsche Bank AG, Stand: 04/2017

Attraktive Dividendenaktien

Es gibt mehrere gute Gründe, die für ein Investment in dividendenstarke Aktien sprechen. Für Anleger, denen regelmäßige Ausschüttungen wichtig sind, kann sich ein Blick lohnen. Da sie im Zinsbereich kaum mehr fündig werden, sind die erwarteten Ausschüttungen bei Aktien ein wichtiges Argument. Dazu kommt die Chance auf Kurssteigerungen, wie Fondsmanager Wendelken erklärt. Damit dürfte sich der Trend fortsetzen: „Auch in den nächsten Jahren werden Dividendenzahlungen einen maßgeblichen Anteil am Gesamterfolg einer Aktienanlage haben, und das nicht nur in Japan“, prognostiziert Wendelken.

Die lange Zeit vernachlässigte Dividendenpolitik der japanischen Unternehmen beginnt sich zu wandeln. Anleger können jetzt zu Recht sagen: „Okaerinasai“ – willkommen zurück auf der globalen Investmentlandkarte.

¹Quellen: Toyo Keizai, QUICK, I-N Information Systems, Daiwa Securities, Stand: 09/2016 ²Quelle: Henderson Global Investors, Stand: 05/2017

Dividenden-Erklärfilm

video

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