Frankfurt, morgens um halb neun an einem gewöhnlichen Arbeitstag. Rund 550 000 Menschen arbeiten in der Mainmetropole, aber nur ein gutes Drittel von ihnen wohnt auch in der Stadt. Mehr als 350 000 Berufstätige pendeln täglich. Einer von ihnen ist Matthias Meyer, Investmentspezialist bei der Deutschen Asset Management. Wenn er mit seinem Auto zur Arbeit fährt, kann er sich nicht beschweren: Keine Baustelle, keine Schlaglöcher und der Stau hält sich dank der guten Infrastruktur der Großstadt meist in Grenzen.

Globale Herausforderung

Doch das ist nicht überall so. 2016 summierte sich die Gesamtlänge der Staus auf deutschen Autobahnen auf rund 1,4 Millionen Kilometer – ein Autokorso, der 34-mal um die Erde reichen würde. Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung gerät Deutschlands Wirtschaft ins Hintertreffen, wenn der Staat nicht umgehend mehr Kapital in Infrastrukturprojekte steckt. Stagnieren die Investitionen auf derzeitigem Niveau, begrenzt dies das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bis 2025 auf maximal 1,4 Prozent, so die Studie. Deshalb hat nun selbst die sonst eher zurückhaltende Bundesregierung ein Infrastrukturprogramm über 270 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 abgesegnet.

Weltweit werden fast 49,1 Billionen US-Dollar benötigt, prognostiziert eine McKinsey-Studie. Allein das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern macht enorme Investitionen notwendig. So gab der indonesische Präsident Joko Widodo unlängst bekannt, die Infrastrukturinvestitionen von umgerechnet 73 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 133 Milliarden Euro im Jahr 2025 steigern zu wollen. Chinas Plan wiederum, durch den Bau neuer Eisenbahntrassen, Autobahnen und Stromleitungen das Wirtschaftswachstum zu unterstützen, dürfte ebenfalls Hunderte Milliarden Euro kosten. Aber nicht nur in den Schwellenländern, sondern auch in den westlichen Industrienationen muss kräftig investiert werden. Ein Paradebeispiel ist die führende Wirtschaftsmacht: die USA.

Make America great again?

Veraltete Stromnetze, marode Wasserleitungen, Schlaglöcher in den Straßen – das Bild der USA kennt neben den glitzernden Glaspalästen auch diese Seite. Der Zustand vieler US-Infrastruktursysteme genügt heute in einer Reihe von Bereichen nicht mehr höchsten Ansprüchen. Dies kommt im Global Competitiveness Index des World Economic Forums zum Ausdruck, in dem die Qualität der in den USA vorhandenen Einrichtungen in vielen Kategorien schlechter beurteilt wird als in anderen Industrienationen.

Infrastruktur: Riesiges Potenzial

Straßen, Schienenverkehr, Gas- und Stromübertragung sowie Mobilfunkmasten: Unter dem Begriff „Infrastruktur“ sind die Einrichtungen eines Landes oder einer Region zusammengefasst, die für ein Funktionieren von wirtschaftlichen Tätigkeiten erforderlich sind und der volkswirtschaftlichen Entwicklung dienen.


Containerverkehr

Transportmenge in der weltweiten Seeschifffahrt von 2010 bis 2020, in Millionen TEU¹

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Quelle: ¹IHS Global Insight, Stand: 12/2016

Windkraft offshore

Installierte Leistung von Offshore-Windparks weltweit 2016, in Megawatt²

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Quelle: ²Wind Service Holland, Stand: 12/2016

US-Präsident Donald Trump will das ändern. Im Wahlkampf hat er die Summe von rund 1000 Milliarden US-Dollar für Infrastrukturinvestitionen in den Raum gestellt, um Straßen, Leitungsnetze und Pipelines zu sanieren und auszubauen. Trump möchte Investitionen in die Infrastruktur fördern und so Arbeitsplätze schaffen sowie die Wirtschaft ankurbeln. Stemmen will er das riesige Investitionsvolumen vor allem mithilfe der Privatwirtschaft. Die US-Regierung möchte durch Deregulierung erreichen, dass sich mehr Unternehmen an dem Programm beteiligen. Wie dies gelingen soll, ist allerdings noch nicht klar. Private Investitionen in Transportinfrastrukturprojekte will Trump laut einem White Paper vom Oktober 2016 durch Steuerentlastungen in Höhe von 137 Milliarden US-Dollar fördern. Diese sollen wiederum private Investitionen von einer Billion US-Dollar freisetzen. Unklar ist zudem, ob eine Infra­strukturbank eingerichtet werden soll. Ein solches Investitionsprogramm würde zumindest kurzfristig für positive Impulse sorgen. Die Arbeitslosigkeit ist ohnehin schon niedrig, sodass ein Ansteigen der Löhne und ein Mangel an Arbeitskräften die Folge sein könnten – vor allem dann, wenn Trump zugleich die Einwanderung beschränkt. Längerfristig würden allerdings durch die Finanzierung von Projekten die Staatsschulden steigen.

„Infrastrukturaktien bieten nachhaltige Zahlungsströme und Einkommen.“
Matthias Meyer: Leiter Liquid Real Assets

Matthias Meyer: Leiter Liquid Real Assets

Die Umsetzung der Pläne dürfte an der Börse für Impulse sorgen. „Wir fokussieren uns auf die Infrastrukturbetreiber, die nachhaltige Zahlungsströme und Einkommen erzielen“, sagt Matthias Meyer, Leiter Liquid Real Assets bei der Deutschen Asset Management. Das verdeutlicht der Investmentspezialist anhand von zwei Beispielen: Mobilfunkmastbetreiber und Wasserversorger.

60

Prozent

Datenvolumen kommen jährlich in den Mobilfunknetzen hinzu.

Quelle: Cisco Visual Networking Industry Study

Qualität der Infrastruktur

Länder mit der besten allgemeinen Infrastruktur laut Global Competitiveness Index 2016/2017³
1 = extrem unterentwickelt, 7 = umfassend und effizient

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Quelle: ³World Economic Forum, Stand: 01/2017

Energienachfrage steigt

Weltweiter Energieverbrauch bis 2040, in Milliarden British thermal unit (BTU)⁴

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Quelle: ⁴EIA, Stand: 12/2016

Enormer Investitionsbedarf

Schätzung des Bedarfs an Infrastrukturinvestitionen weltweit bis 2030, in Billionen US-Dollar, gerundet⁵

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Quelle: ⁵McKinsey Global Institute, Stand: 02/2017

Mobilfunkmastbetreiber

Mobilfunksendemasten sind das Rückgrat der modernen Telekommunikationsinfrastruktur. Mobilfunkkonzerne investieren Milliardenbeträge, um ihre Netze auf die neuen Übertragungstechnologien wie den 5G-Standard umzurüsten. Denn das Datenübertragungsvolumen in den Mobilfunknetzen wächst kontinuierlich durch neue Nutzer und neue Technologien, und so auch der Bedarf an Sendemasten, ohne die die gesamte Technik nicht funktionieren würde. Nach einer Studie des US-Netzwerkausstatters Cisco wächst das Volumen der übertragenen Daten in den Mobilfunknetzen jährlich um mehr als 60 Prozent, weil immer mehr Nutzer mit ihren Smartphones nicht nur telefonieren, sondern auch E-Mails versenden, im Internet einkaufen und Videos ansehen. „Das zwingt die Mobilfunkkonzerne, ihre Netze auf dem neuesten Stand zu halten, und so kommen die Mobilfunkmastbetreiber zu kontinuierlichen Einnahmen“, erklärt Meyer.

Wasserversorger

Die amerikanische Trinkwasserinfrastruktur ist in weiten Teilen am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. „Die Wassernetze stammen größtenteils aus der Gründungszeit vor 200 Jahren. Es gibt tatsächlich noch Wasserrohre, die aus Holz sind“, sagt Investmentspezialist Meyer. Marode Stellen werden meistens nur sporadisch geflickt. Fast eine Viertelmillion Rohrbrüche pro Jahr zählt der Wasserverband AWWA. „Fast jede zweite Minute bricht eine Hauptwasserleitung. Das zeigt, wie groß der Bedarf an Investitionen in diesem Bereich ist“, so Meyer.

Nach einer Studie der Environmental Protection Agency müssten die US-Wasserversorger bis 2030 rund 384 Milliarden US-Dollar in den Sektor investieren, damit eine qualitativ hochwertige Versorgung gewährleistet bleibt. In diesem Klima wächst der Druck in den Vereinigten Staaten, die Wasserversorgung, die zu mehr als 80 Prozent in öffentlicher Hand liegt, zu privatisieren.

Gute Perspektiven für Anleger

Diese großen Herausforderungen sind auf der anderen Seite auch Anlagechancen. Denn das Geschäft mit der Infrastruktur hat sehr spezielle, für Anleger vorteilhafte Eigenschaften. Die Einnahmen durch den Betrieb von Mobilfunkmasten oder Stromnetzen sind recht gut planbar und eher geringen Schwankungen unterworfen. Doch Bewertung und Beurteilung der Unternehmen sind komplex und deshalb ein Job für Spezialisten wie Investmentprofi Meyer. Denn wer hat schon die Zeit, seitenlange Versorgungsverträge von Konzernen und neue Regularien von Regierungen zu analysieren? Oder gar für einen Besuch vor Ort? Besonders, wenn man selbst mal wieder in einem Stau steckt.

Langfristiges Basisinvestment

Infrastruktur ist der Unterbau jeder Volkswirtschaft. Infrastrukturunternehmen stellen mit ihren Dienstleistungen die Versorgung eines Landes sicher und sind aufgrund ihrer konservativen Eigenschaften ein potenziell langfristig ausgelegtes Basisinvestment. Eine Anlage in reale Infrastrukturwerte zeichnet sich durch langfristig gebundene, kalkulierbare Zahlungsströme aus. Ein Vorteil für Anleger: deutlich geringere Schwankungen als bei einer klassischen globalen Aktienanlage (MSCI Welt Index). Zusätzlich haben Anleger die Aussicht auf ein regelmäßiges Einkommen und die Chance auf Kurssteigerungen.


Wachstumsmarkt Mobilfunk

  • Mobilfunkanbieter wie AT&T und Verizon mieten Antennenplätze auf Mobilfunkmasten, um dort ihre Telekommunikationsausrüstung anzubringen.
  • Mobilfunkmastenanbieter erzielen stabile Zahlungsströme durch langfristige Verträge, die jährlich um drei bis fünf Prozent steigen (Treppenprinzip).

Zukunftsmarkt mobile Datennutzung¹

Prognose mobiler Datennutzung, in Exabyte pro Monat

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Quelle: ¹Cisco Visual Networking Industry Study

Eigenschaften von Infrastrukturaktien

Erträge mit Sachwerten

  • Chance auf hohe und nachhaltige Dividendenrenditen
  • Potenzieller Inflationsschutz

Reale Vermögenswerte

  • Gut geeignet zur Diversifikation von Kapitalanlagen
  • Geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen

Liquidität

  • Sachwert-Anlage, die jederzeit veräußert werden kann

Durchschnittliche Performance nach größeren Anstiegen der 10-jährigen Zinsen in den USA²

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Infrastrukturaktien im Vergleich zum SCI Welt, relativer Ertrag²

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Quelle: ²Bloomberg Finance L.P., Deutsche Asset Management Investment GmbH, Stand: 12/2016; Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Deutsche Invest I Global Infrastructure

Anlageziel: Eine bessere Entwicklung als der breite Aktienmarkt bei einer niedrigeren Schwankungsbreite.

Anlageschwerpunkt: Der Aktienfonds investiert weltweit in Unternehmen, die sich auf den Besitz und den Betrieb von Infrastrukturanlagen spezialisieren.

Marktlage: Infrastrukturprojekte rücken nicht zuletzt wegen des angedachten Billionen-Programms der USA wieder verstärkt in den Fokus von Investoren.

Risikofaktoren: Höhere Kurs- und Bonitätsrisiken, die zu Kapitalverlusten führen können.

ISIN: LU0329760770
Ausgabeaufschlag: 5,00 %
Gesamtkostenquote¹: 1,64 %
DWS-Risikoklasse²: 3 von 4
¹Stand: 31.12.2016. ²Bitte lesen Sie auch die Risikohinweise im Impressum